Sind die einzelnen Prozesse identifiziert worden, können sie analysiert werden. In einer Ist - Analyse, sollten die Prozesse wenn möglich auf deren Ressourceninanspruchnahme untersucht werden.(1) In einem weiteren Schritt, sind die zu den Prozessen gehörigen Tätigkeiten und deren Beziehung miteinander darzustellen. Dies erfolgt Idealerweise grafisch, um eine ganzheitliche Sicht des Prozesses zu erhalten.

Abb. 30: Prozessmodell, Auftragsabwicklung
Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Strohhecker & Gerberich
2002
Nun werden alle Teile eines Prozesses auf bestehende Schwachstellen
systematisch analysiert. Die erkannten Schwachstellen geben Impulse
zur Optimierung von Prozessen.
Die Analyse und Optimierung gehen ineinander über. Sind die
Schwachstellen erkannt und eine Ist-Situation sichtbar gemacht worden,
müssen sich die Beteiligten vom Ist-Zustand lösen.(2) Es wird ein
Idealprozess nach dem Top-Down Ansatz erarbeitet, wie es nur bei einem
Neubau eines Betriebes auf der "grünen Wiese" möglich wäre. (3)
Einleitend wurden mögliche globale Ziele für das ganze Unternehmen der
prozessorienierten Organisation genannt. Teilziele für die
Verbesserung einzelner Prozesse könnten die Erhöhung der Rentabilität
die Senkung der Prozesskosten, die Verkürzung der Durchlaufzeiten bei
Angebots- und Serviceprozessen oder im Rahmen des Total Quality
Management eine Verringerung der der Fehlerhäufigkeit sein.
Die genannten Ziele beeinflussen sich gegenseitig. Verkürzte
Durchlaufzeiten können, durch den Wegfall von Rüstzeiten, Kosten
senken und schnellere Lieferzeiten im Sinne der Kundenorientierung
ermöglichen. Ein verbessertes Qualitätsmanagement kann durch die
Vermeidung von Fehlerkorrekturen, wiederum die Durchlaufzeiten
verkürzen. (4)
Ein im Zusammenhang mit Geschäftsprozessoptimierung (GPO) häufig
genanntes Schlagwort ist das Benchmarking, deshalb soll hier
kurz darauf eingegangen werden. Es ist ein Instrument zur Analyse bei
der Prozessoptimierung. Computerinteressierte kennen das
Benchmarking für Leistungsvergleiche von Hardware. Beispielsweise
werden Hardwarekomponenten verschiedener Hersteller oder mit
unterschiedlichen Leistungsmerkmalen verglichen.

Abb.: CPU-Benchmark
Quelle: Dr. Hardware-Programm
In obiger Abb. werden CPU (Prozessoren) unterschiedlicher Bauart
auf Ihre Leistungsmerkmale verglichen, um darzustellen wie der eigene
Prozessor im Vergleich zu anderen abschneidet. Nichts anderes passiert
beim Benchmarking der GPO. Nur werden hier messbare Prozesse
mit einem Best-Practice-Unternehmen verglichen. Ein Best-Practice
Unternehmen kann ein Wettbewerber oder ähnlich strukturiertes
Unternehmen sein. Wobei die Datenqualität und Vergleichbarkeit geprüft
werden muss. Auch hier sollen die einzelnen Prozesse mit denen anderer
Unternehmen verglichen werden, um festzustellen welches
Optimierungspotential in den Prozessen steckt

Abb. 32: Normierung von Prozesskostenbenchmarks
Quelle: Dr.C.Schimank, Komplexitätsmanagement und Process-Benchmarking,
S. 55
Quellen:
(1) Vgl. M. Kienigner, Reegineering und Prozessoptimierung, 1998, S.39
(2) Vgl. Hammer, Champy, Reengineering the Cooperation, 1993, S.32
(3) Vgl. M. Kienigner, Reegineering und Prozessoptimierung, 1998, S.39
(4) Dr.C.Schimank, Komplexitätsmanagement und Process-Benchmarking, S.
50 ff.