Schlussbetrachtung
Viele große Konzerne sind den Weg von der funktionsorientierten-
zur prozessorientierten Organisation gegangen.
Für kleinere und mittlere Unternehmen, erscheint eine
Geschäftsprozessoptimierung als aufwendiges Projekt. Hauptsächlich in
zeitlicher und organisatorischer Hinsicht. Sie sind nicht in der Lage
wie große Unternehmen Projektteams abzustellen oder
Unternehmensberatungen einzuschalten. Kleinere Unternehmen, welche in
der Vergangenheit eine gewisse Vormachtstellung in lokalen Märkten
besaßen, müssen heute häufig Marktanteile an global agierende
Unternehmen abgeben. Wie zum Beispiel der Buchhändler um die Ecke,
muss mit Online-Buchversendern konkurrieren. Dabei ist es nicht immer
wichtig, hier dargestellte Methoden oder Lösungen akribisch auf dem
Papier anzuwenden. Erfolge können auch erzielt werden, wenn es
Unternehmer verstehen ihre Vision auf die Mitarbeiter zu übertragen.
Weiterhin eine über Abteilungsgrenzen hinausgehende
Kundenorientierung, in dem sich jeder einzelne Mitarbeiter der Frage
stellt:
Welchen Nutzen hat mein Tun für den Kunden?

Abb.: Fit aus der Krise
Quelle: Diebold-Studie "Fit aus der Krise"
In der Literatur und in vielen Publikationen finden sich Beispiele von
Unternehmen die das Projekt der Geschäftsprozessoptimierung mit Erfolg
vorangetrieben haben. Dabei sind vielschichtige und unterschiedliche
Wege gegangen worden, weshalb man kein Standardschema für die gesamte
Wirtschaftswelt liefern kann.
Es gibt jedoch Faktoren die für ein Gelingen oder Scheitern von
Bedeutung sind:
Voraussetzungen für den Erfolg einer Prozessoptimierung
Das Top-Management steht unterstützend hinter dem Projekt
Konzentration auf Prozesse über organisatorische Grenzen hinweg
Traditionen, sequentielle und zeitliche Abläufe werden in Frage
gestellt
Der Mensch mit seinen Bedürfnissen steht im Mittelpunkt
Gründe für das Scheitern einer Prozessoptimierung
Die Mitarbeiter haben nach dem Reengineering ein nur
unzureichendes Verständnis der neuen Zusammenhänge. Demzufolge können
Sie sich oft nicht genau vorstellen, wie die neuen Prozesse verknüpft
sind und sich gegenseitig unterstützen sollen. Mangelnde Orientierung
führt in der Regel zum Rückfall in alte Orientierungsmuster. Und so
feiert plötzlich das alte Kästchendenken wieder fröhliche Urstände,
obwohl doch die Geschäftsprozesse mit viel Aufwand und eigentlich mit
Erfolg optimiert wurden. Vom Business Process Reengineering zur "Prozessdenke"
in den Köpfen der Betroffenen ist es ein nicht zu unterschätzender
Schritt.
Zwar sind die Geschäftsprozesse optimiert worden, aber die
Konsequenzen dieser Optimierung sind nicht bis auf die einzelnen
Funktionen heruntergebrochen worden. Die einzelnen Mitarbeiter
verstehen nicht, wie sie zur Wertschöpfung des Prozesses an ihrem
Arbeitsplatz beitragen sollen. Folge: Sie arbeiten weiter wie bisher.
Der optimierte Prozess besteht auf dem Papier. Das Poten-zial der
Optimierung entfaltet sich niemals wirklich.
Obige Punkt gelten sinngemäß auch für das Management. Wie verändert
sich das Management nach einer Geschäftsprozessoptimierung? In aller
Regel wird auch hier nicht konsequent zu Ende gedacht und dann in neue
Management-Hilfsmittel und -Vorgehensweisen übersetzt. Die Folge ist
dann natürlich ein Management, das die Potenziale nicht ausschöpft.
Alle diese Gründe haben ihre Ursache nicht im bösen Willen der
Beteiligten. Sie haben ihre Ursache darin, dass die überaus komplexen
Veränderungen, die aus Reengineering-Projekten folgen, nicht zu Ende
gedacht werden und nicht in neue Hilfsmittel für die Betroffenen
übersetzt werden.