Wie im Organigramm in
Abb. , ergeben sich für je nach Situation des Unternehmens
verschiedne Verantwortungs- und Kompetenzbereiche oder auch Funktionen
genannt. Diese sind wiederum in einzelne Organisationseinheiten
untergliedert. In größeren Unternehmen sind diese in
Stellenbeschreibungen klar definiert.
Binner beschreibt folgende Funktionen eines Industriebetriebes, die
hier kurz erläutert werden. (1)
Vertriebsfunktion /Warenabsatz
Die Vertriebsfunktion beinhaltet alle Aufgaben eines Unternehmens die
nötig sind die produzierten Güter oder Dienstleistungen dem Kunden zu
vermitteln.
Der Vertrieb umfasst die Vermittlungs- - und Kontraktfunktion zwischen
der Produktion und Konsumtion. Die Konsumtion kann dabei auch eine
Gebrauchsfunktion und die Produktion eine Dienstleistungsfunktion
darstellen.
Integriert in diese Funktion können sein: die Marktforschung,
Sortimentsgestaltung, Absatz-Werbung, Auftragsbearbeitung.
Entwicklungsfunktion
Zur Entwicklungsfunktion gehören die Bereiche wie Forschung,
Konstruktion, Produktnormung, Softwareentwicklung oder Musterbau.
Diese Abteilung erhält ihre Impulse zum Teil aus der Marktforschung
oder der Kundenbetreuung. Ziel ist hierbei neue Produkte oder
Dienstleistungen zu entwickeln, welche den Kundenforderungen und
Kundenwünschen entspricht.
Beschaffungsfunktion
Die Beschaffungsfunktion umfasst die Disposition, Planung und
Verwaltung von Materialen, Rohstoffen oder Ersatzteilen. Diese
Funktion sichert z.B. die termingerechte Fertigstellung von
Kundenaufträgen. Mit Informationen aus der Auftragsbearbeitung,
Prognosen der Vertriebsabteilung oder vorgegeben Planzahlen
(Stückzahlen) wird ein Produktionsprogramm erstellt.
Produktionsfunktion
Die Produktionsfunktion beinhaltet Tätigkeiten wie:
Arbeitsvorbereitung, Vorrichtungsbau oder Montage. Sie bildet das Herz
eines Industriebetriebes. Je nach Kapazität oder Auftragseingängen
werden die Güter produziert, die für den Kunden bestimmt sind.
Lager- und Versandfunktion
Zur den Lager- und Versandfunktionen gehören z.B. die Lagerung von
Materialen, Rohstoffen oder Fertigwaren sowie deren Verwaltung
(Bestandsführung). Weiterhin im speziellen zur Versandfunktion
gehörend: die Kommissionierung, also die Bereitstellung von Gütern zum
Versand (z.B. Das Bestücken von Europalletten, zur Versendung durch
den Fuhrpark oder Spediteur). Dazu kommen noch bürokratische Aufgaben
wie das Erstellen von Lieferscheinen und Versandpapieren oder
Zolldokumenten.
Entsorgungsfunktion
Die Lagerung, Trennung, und Entsorgung der Abfallstoffe eines
Unternehmens werden durch die Entsorgungsfunktion wahrgenommen.
Hierbei sind zahlreiche gesetzliche Vorschriften zu beachten. Zur
Entsorgungsfunktion gehört auch die Organisation von Pfandsystemen,
wie die Euro-Paletten.
Funktion des betrieblichen Rechnungswesens
Neben dem internen Rechungswesen (Kostenrechung, Statistik,
Finanzplanung) und dem externen Rechnungswesen (Buchhaltung,
handelsrechtlicher- und steuerrechtlicher Jahresabschluss) sind im
betrieblichen Rechnungswesen meist noch die Vor- und Nachkalkulation,
Controlling oder Liquiditätsplanung integriert.
Personalwirtschaftsfunktion
Die Personalwirtschaftsfunktion beinhaltet die Personalführung,
Personalbeschaffung, Personalplanung und die Personaleinsatzplanung.
Neben den typischen Aufgaben einer Personalabteilung kann die
Personalwirtschaftsfunktion auch die betriebliche Aus- und
Weiterbildung, Mitarbeiterbeurteilung sowie den Arbeitsschutz
beinhalten.
Die einzelnen hier beschriebenen Funktionsbereiche können sich, je
nach Branche, Größe oder den speziellen Gegebenheiten eines Betriebes
punktuell unterscheiden.
Quellen:
(1) Vgl. Hartmut.F. Binner, Organisations- und
Unternehmensmanagement, 1998, S. 77-85