"Jeder Prozess lässt sich verbessern"
(Christine Licci, Vorstandsvorsitzende Citybank)
Auch ein prozessorientiertes Unternehmen ist keine autarke
Institution, abgeschlossen von der Umwelt. Es gelten weiterhin die
vielfach genannten harten Bedingungen für Unternehmen, wie hoher
Wettbewerbsdruck, ständig neue Trends und Wertewandel. Das heißt vor
der Optimierung ist nach der Optimierung. Hier setzt das
Prozessmanagement mit verschiedenen Methoden an. Einige dieser
Methoden werden in den folgenden Unterkapiteln kurz vorgestellt.
KVP ist eine an den japanischen Begriff KAIZEN angelehnte Praxis.
KAIZEN was so viel wie bedeutet wie: "das Gute verbessern" oder
"Veränderung zum Besseren", womit die Forderung nach einem ständigen
Verbesserungsprozess zum Ausdruck gebracht wird.
KVP ist Mitarbeiterorientiert. Gefragt sind nicht unbedingt die großen
zusammenhängenden Ideen, sondern die Summe der kleinen Vorschläge von
Mitarbeitern die im Produktionsprozess durch ihre praktische Tätigkeit
Probleme erkennen und lösen können. Somit wird die Qualität und
Optimierung von Prozessen durch die Mitarbeiter, in kleinen Schritten
ständig verbessert.
"Ein Workflow ist eine Aktivität, die eine koordinierte Ausführung
von mehreren Aufgaben (Tasks) einbezieht, die von verschiedenen
Verarbeitungsentitäten bearbeitet werden"
Diese ist eine Definition aus der Informatik, und beschreibt recht
nüchtern was ein Workflow ist. Sinngemäß übersetzt heißt Work-Flow:
Fluss der Arbeit. Auf das vorliegende Themengebiet bezogen, kann man
Work-Flow als eine Softwarelösung bezeichnen, welche die
Standardprozesse in einem Unternehmen papierlos koordiniert. Das
heißt, von der Kundenanfrage, über Angebotesbearbeitung bis hin zur
Rechnungslegung unterstützt, vereinfacht und automatisiert ein
Work-Flow-System (Software) die notwendigen bürokratischen Prozesse.
Auf Grund der hohen Gemeinkostenanteile aus den Verwaltungsbereichen,
sind gut durchdachte Work-Flow-Systeme ein wichtiger
Wettbewerbsvorteil.
Balanced Scorecard ist ein ganzheitlicher Ansatz zur und Festigung
von Zielen und Strategien.
Die Unternehmensberatung Boston Consulting Group BCG definiert
Balanced Scorecard folgendermaßen:
"Multikriterielles, ausgewogenes Kennzahlensystem -und damit
Zielsystem- das in einem Managementprozess zur Implementierung,
Steuerung und Kontrolle (Controlling) der Strategie eingesetzt werden
kann. Die BSC enthält wesentliche Kennzahlen, die den "ganzheitlichen"
Erfolg aus strategischer, aber auch auf operativer Ebene abbilden und
sichern."
Eine Balanced Scorecard soll eine vorhandene Strategie und Vision, für
alle Mitarbeiter visuell verstehbar machen. Neu erarbeitete Strategien
wie z.B. zur Prozessorganisation sind meist sehr komplex und viel zu
kompliziert um sie allen Mitarbeitern nahe zu bringen.
Deshalb unterteilt die Balanced Scorecard die Unternehmenstrategie in vier Sichtweisen:
Dies schafft ein gemeinsames Modell des gesamten Unternehmens und hält
durch die zu entwickelnden Kennzahlen eine Balance.
"Supply Chain Management (SCM) ist die integrierte prozessorientierte
Planung und Steuerung der Waren-, Informations- und Geldflüsse entlang
der gesamten Wertschöpfungskette vom Lieferanten zum Kunden"
Supply Chain Management umfasst fast alle Bereiche eines Unternehmens
von der Lieferantenkette über die Produktionsplanung bis hin zur
Kundenbetreuung.
So genannte Supply Chain Management-Lösungen oder Systeme sind meist
Softwarelösungen oder deren Module (SAP-APO -Advanced Planner &
Optemizer). Mit Hilfe solcher Prozessmanagementtools sollen
verbesserte Netzwerke nach innen und außen geschaffen werden. Das
bedeutet, nicht nur die innerbetriebliche Wertschöpfungskette wird zur
Optimierung herangezogen, sondern auch die Beziehungen des
Unternehmens nach außen, wie die gesamte Lieferantenkette, das
Händlernetz und schließlich die Kunden.
Ziele des Einsatzes von SCM-Tools sind bessere und engere Beziehungen
zu Kunden und Lieferanten. Weiterhin sollen die Prozesse,
transparenter, kunden-,bedarfs- und termingerechter werden.